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Satire-Zeitung fr Online-Satire

Innovative Aktion gegen Wohnungsnot

Eduard vom SteinhofLiebe LeserInnen!

Ab sofort finden Sie im Internet einen völlig neuen Service, den Sie vielleicht heute noch nicht, aber vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft einmal in Anspruch nehmen müssen.

Das Angebot wurde vom Sozialministerium in Zusammenarbeit mit Caritas und Diakonie entwickelt und wendet sich an die immer größer werdende Zielgruppe der Wohnungslosen.

Wer schon als Land- oder StadtstreicherIn unterwegs war, der/die weiß, wie schwierig es oft ist, gegen Abend einen angemessenen Schlafplatz zu finden. Wendet man sich an die einschlägigen Institutionen so muss allzu häufig festgestellt werden, dass deren Kapazitäten bereits erschöpft sind. Die Hilfsleistung also nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist, um die Bedürfnisse der Gesellschaft zu befriedigen. Es herrscht ein krasses Missverhältnis von Angebot und Nachfrage.

Wie immer in solchen Fällen soll und kann nur der freie Markt Abhilfe schaffen. Der institutionellen Regulierung von Schlafplätzen für Obdachlose muss ein marktwirtschaftliches Korrektiv an die Seite gestellt werden.

Die Vermittlungsbörse für freie Schlafplätze (kurz: VeffSchpl) wird nun aktiv in die Verteilung der begehrten Schlafplätze einbezogen.

JedeR sozial eingestellte und aufmerksame MitbürgerIn, der/die auch über einen Internetanschluss verfügt, ist aufgefordert, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Loggen Sie sich auf der Website der Vermittlungsbörse ein (www.veffschpl.org) und melden Sie dort, die von Ihnen entdeckten freien Schlafplätze.

Eine genaue Angabe der Örtlichkeit (Adresse, Standort) dient dem besseren Auffinden durch die Bedürftigen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit Fotografien im jpeg-Format hochzuladen, damit sich die Nutzer ein besseres Bild machen können, was Sie vor Ort erwartet.

Parkbank

© Eduard vom Steinhof -> Freier Schlafplatz

Im Laufe der Zeit entsteht auf diesem Weg ein Pool an Plätzen, die von den Obdachlosen im Falle des Falles aufgesucht werden können. Der bei den herkömmlichen Institutionen leer ausgeangene Schlafplatzsuchende braucht nur noch ein freies W-LAN finden, seinen Laptop aufklappen und die Adresse www.veffschpl.org eintippen und kann sich so schnell und mit nur geringem Zeitverlust, das lauschige Plätzchen für die nächste Nacht aus dem breit gefächerten Angebot aussuchen.

Das stundenlange Umherstromern hat somit ein Ende und die freien Parkbänke, Kellerlöcher, Müllecken, etc. brauchen nicht ungenutzt leer stehen.

Wir von der NHZ danken dem Sozialministerium, der Caritas und der Diakonie für dieses wirklich innovative und den technischen Möglichkeiten des dritten Jahrtausends angepasste Modell. Endlich mal jemand, der wirklich was tut!

Es grüßt eine Parkbank meldend

Eduard vom Steinhof


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2 Reaktionen zu “Innovative Aktion gegen Wohnungsnot”

  1. Meister Jeder Dadaist

    Verdammt,

    da haben sie mir ja schon wieder den Pulitzer vor der Nase weggeschnappt, verehrter EvS.

    Werden die Parkbankschlafplätze eigentlich unisexmässig angeboten und dürfen Haustiere mitgebracht weden?
    Fragen die unbedingt noch geklärt werden sollten.

    Meister Jeder, ein wenig müde

    P.S. Bitte die Bank schräg gegenüber meines Hauses nicht in den Verteiler mit aufnehmen. Würde eine Wertminderung desselben bedeuten und mir auf meinen Gassigängen jeden Tag, ein schlechtes Gewissen bereiten. Muss doch nicht sein, oder?

  2. vizekanzler

    Der Vizekanzler, dem ja fast nichts fremd ist, hat in schlechteren Zeiten die Bänke im Votivpark (jetziger Sigmund Freud Park) zum Schlafen benutzt. Da lernt man einerseits die nette Wiener Sandlerfreundlichkeit kennen und andererseits die hässliche Fratze der vorüberziehenden Stänkerer.

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